Schon mal vormerken: das texanische “Wurstfest”
Ich bitte alle, sich den folgenden Termin schon mal in die Kalender einzutragen: vom 31. Oktober bis 9. November 2008 findet in Texas das alljährliche Wurstfest statt – eine feinsinnige Einführung in deutsche Kultur. Die Lektüre der Internetseite ist genauso appetitanregend wie der Besuch dieses Festes mit der “Texas Fun”-Garantie.
Was ist ein PR-Desaster?
Heute abend vor dem Chips-Regal. Der 12-jährige zu seiner Mutter, die gerade beherzt zu einer Knabbertüte griff: “Nein, nicht die, die haben Pommesgift.”
Was auf die Nuss bekommen?
Manchmal mag ich Nüsse ganz gern. Salzig, knackig und würzig. Gestern abend gehorchte ich meiner Schmacht und kaufte eine Tüte knack nuts von Pittjes. Da saß ich dann auf dem Sofa und schaute mir neue Folgen von Arrested Development an. Zwischendurch fiel mein Blick auf die Zutatenliste der knack nuts - in Italienisch, Finnisch, Schwedisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Dänisch. Und dies ist, was ich auf Deutsch las:
Erdnüsse im Teigmantel, Paprikageschmack. So weit, so gut. Zutaten: Erdnüsse (58 %), Stärke (Mais, Kartoffel, Weizen), Reismehl pflanzliches Öl, Salz, Laktose, Zucker, Hefepulver. Gut, damit sollte man rechnen. Geschmacksverstärker (E621, E627, E631), Dextrose, Aromen. So viel wollte ich eigentlich gar nicht wissen. Produkt kann Spuren von Nüssen enthalten. Ach! Wirklich? Nüsse? In den knack nuts? So weit ich es beurteilen kann, steht das auch in jeder anderen Sprache dort.
Eine Herausforderung. Warum ist das so? Gibt es auch eine Lösung? Ich rief an bei Pittjes und dort half man mir tatsächlich weiter. Es ist nämlich so. Erdnüsse heißen zwar so, sind aber botanisch gesehen keine Nüsse. Sondern Hülsenfrüchte. Siehe die englische Bezeichnung peanut = Erbsennuss. Und jetzt kommt der Gesetzgeber ins Spiel. Er fordert die genaue Auszeichnung der Produkte. Und da knack nuts eben auch echte Nüsse enthalten können, also Nüsse, die auch botanisch und nicht nur sprachlich gesehen Nüsse sind, kann die Packung mit den Party-Nuts aus Erdnüssen auch Spuren von Nüssen enthalten. Alles klar?
Resteverwertung
Immer wieder lecker. Unser Lieblingskunde kommt in die Agentur, und natürlich werden Schnittchen gereicht. Wurst, Käse, Mett. Appetitlichkeiten halt. Allerdings hält der Kunde viel auf sich. Und er weiß, wie scheiße es aussieht, wenn man während einer Besprechung ein Mett-Zwiebel-Brötchen kaut. Also verzichtet er darauf.

Nach vier Stunden ist das Meeting zuende, der Kunde bricht auf, die Brötchenteller sind noch größtenteils unberührt (mein Lieblings-Berater konnte sich wieder nicht zurückhalten). Freudestrahlend startet unsere Sekretärin einen Rundruf: “Es ist noch etwas zu essen da. Bedient Euch!” Kennt jemand etwas Schmackhafteres als angetrocknetes Mett? Und mein Respekt gegenüber der Bodenständigkeit unseres Kunden in Hinsicht auf die wallenden Düfte im Besprechungsraum.
Als ich dem Döner grollte
Jetzt mal ehrlich: Hat man bei diesen Bildern noch Appetit auf einen Döner? Vor ein paar Jahren hat es noch ausgereicht, einfach Döner hinzuschreiben und jeder wusste, was gemeint war. Heute muss ich Bilder von diesem formlosen Monstern in den Straßenzügen sehen. Welcher Grafikdesigner schlägt seinen Kunden nicht den Kopf ab, wenn die sich SO ETWAS wünschen. Gammelfleisch-Attacke! Ich glaube ja fest daran, dass diese Art der Fotoauffassung eine Guerilla-Aktion der deutschen Bratwurst-und-Sauerkraut-Mafia ist. Immerhin: Wer untern solchen Schildern durchgeht, ist mutiger als jeder Leiterndrunterherwanderer.
Auch diesen Beitrag will ich nicht sterben lassen, ohne mir weitere dieser appetitlichen Geniestreiche zu wünschen. Also: Schicken, schicken, schicken. (Ich gebe zu, das ästhetische Vergnügen bei solchen Fotos/Einsendungen ist ungleich höher.




