Schlagzeilen halb-halb
Manchmal erfreuen mich die Headlines bei Spiegel Online:

Manchmal erschüttern sie mich:
Abgelauscht: international-chinesisches Diplomatentreffen
Ich verwandelte mich in ein Mäuschen und belauschte internationale und chinesische Diplomaten, die sich über die Ereignisse in Tibet austauschten. Die Atmosphäre war geprägt von Freundlichkeit und dem unbedingten Willen, auf die Argumente der jeweils anderen einzugehen. Hier mein Gedächtnisprotokoll:
Internationale Staatengemeinschaft: Sag mal, China, das mit Tibet … übertreibst Du da nicht etwas? Ich meine, den Dalai Lama als ‘Teufel’ zu bezeichnen. Mensch, Du weißt doch selbst, das ist ein netter Kerl. Und der will doch nur ein bisschen Ruhe in die Sache bringen. Überhaupt Tibet. Was willst Du denn da? Die haben doch kaum Sauerstoff. Und so richtig günstig strategisch ist das Gebiet auch nicht gelegen. Du hast in Deinem chinesischen Kernland wirklich genug Auslauf. Musst doch nicht gleich alles niederballern, nur weil ein paar Menschen eine andere Meinung haben. Unsere Journalisten würden Euch schon nicht in die Pfanne hauen. Und man muss doch den Begriff ‘Menschenrechte’ nicht so überstrapazieren. Schaut mal hier, wir haben uns doch international auf eine Definition geeinigt. Ihr müsst ja nicht alles auf einmal umsetzen, aber so ein bisschen wäre schon nett. Wir wollen doch Freunde bleiben. Dann machen die gemeinsamen sommerlichen Leibesertüchtigungen im Licht der olympischen Fackel doch viel mehr Spaß. Wir können ja schon mal mit Aufwärmen beginnen.
China: Tolle Idee. Wir machen alles, was ihr vorschlagt. Außerdem geben wir komplette Reisefreiheit und geben allen Reisewilligen noch ein erkleckliches Handgeld mit. Wie viele Besucher hat Schloss Neuschwanstein ungefähr im Jahr? Knapp eine Million. Kein Problem, das verzehnfachen wir. Außerdem starten wir eine Bildungsoffensive. Wie hoch ist im Schnitt der Anteil von Hochbegabten in einem Land? Ein Prozent, oder? Hm. Von den 14 Millionen bei uns haben wir erst zwei Millionen identifiziert. Die anderen finden wir auch noch. Und wisst Ihr, was das Beste ist. Dann gehört auch die Industriespionage der Vergangenheit an, dann können wir alles selbst entwickeln. Unsere Außenhandelsbilanz ist ja noch etwas bescheiden. Aber eigentlich können wir ja alles selbst herstellen. Wie sieht’s aus, seid Ihr mit unseren Vorschlägen einverstanden?
Internationale Statengemeinschaft: Aaaahhhhhhhhh!!!! (verlässt fluchtartig den Raum)
Einfach mal zu sich selbst kommen
Wer mir sagt als erster sagt, wie viele blauen Bälle hier rollen, bekommt einen Preis von mir.
Einfach mal locker lassen
“Bitte keine Details!” Heute: krankhaftes Aldi
Vor einigen Minuten an der Aldi-Kasse mitgehört.
Kassiererin: Wie geht es Ihnen?
Kundin: Schlecht. Ich hatte einen Herzanfall.
Kassiererin: Oh. Das tut mir Leid.
Kundin: Es gibt Schlimmeres. Mein Mann hat Prostatakrebs, meiner Schwester haben sie eine Brust abgenommen und meiner Nichte hat einer einen Braten in die Röhre geschoben und ist abgehauen.
Fragen des Alltags. Heute: Felidae-Textilien
Aus aktuellem Anlass erbitte ich Antworten. Was treibt Frauen, sich mit Leoparden- und/oder Tigermustern einzukleiden? Oberteile, Hüte, Taschen, Schuhe … die Designer machen vor nichts halt, um Punkte zu setzen und Striche zu ziehen. So weit, so gut. Aber irgendwann kommt Chantal/Frau Schulté dann ja ins Modegeschäft, sieht sich um, wählt aus, probiert an, begutachtet sich im Spiegel, befindet sich wohl, trifft die Entscheidung, kauft und zieht das Teil dann auch noch in der freien Wildbahn (nie war eine Metapher passender gewählt) an. Liebe Frauen, lasst Euch sagen: Das sieht scheiße aus. Immer. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Und es ein Angriff auf das ästhetische Befinden der gemeinen Bevölkerung. Wenn mir dann über den Tag drei von diesen Gefellten über den Weg gelaufen sind, komme ich nach Hause, hebe meine dicken Arme zum Himmel und melancholiere in den Himmel: “Mama, warum?”
Straßenfeger
Viel los auf Deutschlands Straßen. Wenn man gerade selbst unterwegs ist, hat man natürlich ein Ohr für die Verkehrsnachrichten, ein unermüdlicher Quell Staumeldungen und Erheiterungen. Hier drei meiner persönlichen Lieblinge, die mir in den letzten Monaten durch die Ohrtrompete gefahren sind:
- Auf der AX ist ein Laster umgekippt. Nun blockieren 30 t Broccoli beide Fahrbahnen.
- Bitte Vorsicht auf der AX. Da steht ein Sofa auf der Straße.
- Fahren Sie bitte langsam auf der AX. Ein Pfau sitzt auf der linken Fahrbahn.
Nie mehr um Kontrolle verlegen
Endlich habe ich die Fernbedienung meiner Träume gefunden. Keine Suche mehr in Sofa-Lücken, Drauftreten ist Geschichte, kein irres durch die Gegend Suchen, wenn Beckmann kommt. Wohlgemerkt, das ist keine Montage und das ist eine 1,5-l-Flasche. Also: Großartiges Schalten und Walten!

Berlin stottert sich einen ab
Unsere Hauptstadt macht mit einer neuen Kampagne auf sich aufmerksam. Nachdem es vor einiger Zeit noch inoffiziell und sehr wirksam hieß “Arm, aber sexy”, spricht man jetzt vor allem eine Minderheit an, die die Dinge stakkatomäßig nach vorne treibt und sprachlich auf den Silben tanzt: die Stotterer.
PS: Die Italiener fragen sich übrigens, wann das siebte Berlin auf der Bildfläche erscheint.
TV-Programm auf Weltniveau
Untertitel von deutschen Filmen sind grundsätzlich von übel. Aber Pro7 hat sich mit Funny Movie diesmal selbst übertroffen. Untertitel: Die große Pro7-Filmverarsche. Vielleicht kommt ja bald ein neues Programmie raus: TV fäkal.


