Jazz Inaria

Es liegt ‚was in der Luft

Im Reich der Tränen

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Das Verhältnis der Kreativen zu den Beratern steht grundsätzlich auf Messers Schneide. Die Kreativen haben Ideen, viel Gehirnschmalz in wenig Zeit darein gesteckt und schon gar keine Lust darauf, unrecht zu haben. Eine Einstellung, die sie mit den Beratern teilen, die sich jedoch als Brückenkopf des Kunden verstehen und sowieso im vorauseilendem Gehorsam handeln.

Also ist ein reges Vertreten des jeweils eigenen Standpunkts programmiert. Wer als erster von der Stelle rückt, meint schon, auf verlorenem Posten zu stehen. Gute Argumente, trickreiche Ausweichmanöver und das richtige Timing drängen sich als Hauptrollen nach vorn. Und wenn das alles nichts mehr hilft, greifen Beraterinnen zum letzten Mittel:

Die Pupillen bekommen diesen ganz besonderen Glanz, die Wasser beginnen zu fließen, die Sturmflut steigt – und das Tränenmeer dringt in die Agenturräume ein. Ein starkes Argument, wer weint, vor allem auf Arbeit, hat immer Recht, wer will schon Schuld am gebrochenen Herzen sein und gegenüber den Chefs steht man sowieso also Buhmann/frau da, alles wird so getan, wie die Beraterin es sich tränenreich und nicht unter Auslassung persönlicher Vorwürfe wünscht – und wie von Zauberhand ist das Meer bald wieder trockengelegt.

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Written by Ulli Kiebitz

November 11, 2006 um 3:47 pm

Veröffentlicht in argumentieren, beraten, kreieren, schöpfen, werben

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