Jazz Inaria

Es liegt ‚was in der Luft

Oooops. Weihnachten

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Kennt Ihr das auch? Die Blätter verfärben sich und fallen langsam von den Bäumen. Die Blumen schließen so langsam ihre Köpfchen. Und in Aldi locken die ersten Lebkuchen in Spieldöschen. Da weiß jeder: Weihnachten steht vor der Tür. Mehr oder weniger. Das hat der liebe Gott gemacht, damit wir uns langsam darauf einstimmen können. Einige von uns lernen vielleicht wieder Singen, um in der Kirche eine bella figura zu machen. Die Schaufensterdekorateure schalten um auf Rot und Lametta und viel zu früh verfolgt uns der Geruch von Glühwein-Bonbons.

Das ist die Zeit, in der unser Lieblingskunde garantiert nicht drauf kommt, dass das Fest der Feste ansteht. Da hat er einen blinden Fleck. Er hört weg, verschließt sein Herz vor der kommenden Weihnacht. Doch es müsste doch mit dem Teufel zugehen, dass er in dieser gefühlsunduseligen Kataplexie verharrt. Nein, zehn Tage vor der Heiligen Nacht fällt ihm plötzlich ein, dass ja dieses Jahr das Geburtsfest Jesu auf den 24.12. fällt. Ungeheuerlich, das hätte man ihm doch sagen müssen.

Flugs greift er zum Hörer, tipp, tipp, tipp, und selbst wenn der Berater nach dem ersten Klingeln abnimmt, dauert das noch zu lang. „Hören Sie“, sagt er dann, „wir haben ja Dezember. Mitte Dezember.“ Kluger Mann, denkt der Berater, und sagt: „Stimmt.“ Und der Kunde: „Da muss man doch was tun. Ich meine, so geht das doch nicht.“ Genug der Dramatik, natürlich schwant dem Berater schon etwas, er ist ja nicht von letzter Weihnacht. Der Kunde will Weihnachtskarten, mit denen er die Briefkästen seiner Kunden auffüllen kann. Sofort. Schließlich ist ja der 3. Advent Geschichte und ohne Weihnachtskarten, nein, das geht ja wirklich nicht. Alle Argumente von agentürlicher Seite bzgl. mangelnder Zeit wischen die Kunden entschieden vom Tisch – Kreation, Abstimmung, Druck, ja selbst das Trocknen und Verschicken. Das sind doch keine Sache, es ist doch Weihnachten.

Na, wir als Agentur sind ja nicht so. Irgendwie kriegen wir das hin, der Drucker bekommt noch ein paar Weinflaschen mehr und der Lieferservice ist sowieso bestochen. Nur eines, eines, das müsste nicht sein. Der schwer abschätzige Blick unseres Lieblingkunden auf das fertige Produkte und der Satz: „Naja, ein bisschen origineller hät’s auch getan.“

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Written by Ulli Kiebitz

Dezember 1, 2006 um 9:27 pm

Veröffentlicht in feiern, terminieren, werben

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