Jazz Inaria

Es liegt ‚was in der Luft

Fragen, die das Leben schreibt

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Heißt es „undurchdringbarer“ oder „undurchdringlicher“ Schutzschild?

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Written by Jazz Inaria

Januar 22, 2008 um 10:13 am

Veröffentlicht in fragen, schreiben

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6 Antworten

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  1. …bar.

    Dringlich is doch, wenn klein Junior-Adeuse immer
    zuviel Roibuschvanille in sich hineinkippt, oder?

    – DudenOderSiedenregierung.

    Weltregierung

    Januar 22, 2008 at 11:34 am

  2. Ganz, ganz sicher? Jetzt habe ich gerade mal selbst heuristische Recherchen angestellt:

    Google 66.000:11.300 für „undurchdringlich“
    Häufigkeitsklasse wortschatz.uni-leipzig.de 2^17:2^21, „undurchdringlich“ kommt also 10.000x häufiger vor als „undurchdringbar“

    Aber der Zweifel bleibt … und immerhin die Freiheit zu tun, was wir wollen.

    Jazz Inaria

    Januar 22, 2008 at 4:06 pm

  3. -bar. Pi mal Daumen: Ableitungen von Adjektiven bekommen ein -lich, Adjektive, die aus Verben (durchdringen) abgeleitet werden, bekommen das -bar. Allerdings ist es bedauerlich, dass es auch hier Ausnahmen gibt.

    ramses101

    Januar 25, 2008 at 9:01 am

  4. Jetzt bin ich neugierig geworden. Das sagt der Duden:
    un|durch|dring|bar [auch: – – – -] (seltener):→ undurchdringlich.

    Nach Wortschatz ist jedoch …lich viel häufiger als …bar. Hier ein paar Beispiele aus dieser Quelle für …lich:
    # Die Wildnis hier ist dicht und undurchdringlich und noch heute zu weiten Teilen unberührt. (Quelle: welt.de vom 16.04.2005)
    # Das „Notenbild“ erscheint über- exakt und undurchdringlich zugleich – interpretierende Deutung, eigenes Experimentieren und Arrangements in der Gruppe sind für die Ausführenden unumgänglich. (Quelle: berlinonline.de vom 03.05.2005)
    # Rüttgers hat ein freundliches Gesicht, das offen, wissend, zurückhaltend und undurchdringlich anmutet. (Quelle: fr-aktuell.de vom 19.05.2005)
    # „Das Vorschriftendickicht ist undurchdringlich“, kritisierte der Gewerkschaftsvorsitzende. (Quelle: berlinonline.de vom 11.06.2005)
    # Vom Boot aus wirkt der Dschungel undurchdringlich. (Quelle: merkur-online.de vom 11.06.2005)
    # Auf die Frage nach seinen Plänen antwortet er lächelnd: „Ich habe mich immer für Dinge interessiert, die auf den ersten Blick einfach und offen scheinen, in Wahrheit aber undurchdringlich sind. (Quelle: archiv.tagesspiegel.de vom 28.06.2005)
    # Callahans Handeln folgt einer Logik, die jedem anderen undurchdringlich erscheinen muss. (Quelle: berlinonline.de vom 03.07.2005)
    # In keinem anderen deutschen Konzern ist der Filz zwischen Politik, Aufsichtsrat, Vorstand und Betriebsrat so undurchdringlich wie bei VW. (Quelle: faz.net vom 11.07.2005)
    # Diese machen übrigens auch kugelsichere Westen undurchdringlich. (Quelle: merkur-online.de vom 18.07.2005)
    # Die Gedankenwelt der Terroristen ist undurchdringlich. (Quelle: fr-aktuell.de vom 03.08.2005)
    # Der Aufwand, die Grenze undurchdringlich zu machen, war ungeheuer und dauerte praktisch 28 Jahre, bis zum plötzlichen Ende des Monstrums am 9. November 1989. (Quelle: archiv.tagesspiegel.de vom 14.08.2005)
    # Ein weiterer Ziegel also in der undurchdringlich werdenden Wand? (Quelle: sueddeutsche.de vom 06.09.2005)
    # Man sieht Pflanzen, die Erde, hört Blätter, die im Wind rauschen, und für einen kurzen Moment scheint sich die Stadt in einen Dschungel zurückzuverwandeln, undurchdringlich, bedrohlich. (Quelle: merkur-online.de vom 15.09.2005)
    # Noch nie war nach Kriefs Auffassung ein Gericht so unsichtbar und undurchdringlich. (Quelle: fr-aktuell.de vom 27.09.2005)
    # Zurückhaltend urteilte der Schriftsteller Jerzy Pilch: Johannes Paul II. sei als Stoff für die Kunst einfach „undurchdringlich“, denn Mystik, Gebet, das Gespräch mit Gott seien filmischen Mitteln unzugänglich. (Quelle: welt.de vom 05.10.2005)
    # Ganz befreit ist ihr Lächeln nicht, eher verhalten, geradezu undurchdringlich. (Quelle: welt.de vom 23.11.2005)
    # Doch die Wolken, undurchdringlich für Teleskope auf der Erde, sind aus Schwefelsäure und nicht aus Wasser, und die Oberfläche des Planeten ist heiß genug, um Blei zu schmelzen. (Quelle: spiegel.de vom 11.12.2005)
    # Sie inszenierte sich permanent rauchend, redete von Poesie, kultivierte ihre markante, untergründig erotische Stimme, gab sich mal kumpelhaft, mal undurchdringlich. (Quelle: merkur-online.de vom 28.12.2005)
    # Faultiere, Anakondas, Tukane – der Dschungel am Amazonas ist reich an Tieren und fast undurchdringlich: Mit einer Geschwindigkeit von 800 Metern pro Stunde kämpft sich eine Expedition durch das Reservat der Yanomami zum Pico de Neblina. (Quelle: spiegel.de vom 15.01.2006)

    Man sieht sogleich, in einigen Sätzen befindet man den Ausdruck sofort für richtig, an anderen würde man eher …bar schreiben. Verbirgt sich hier ein geheimer Bedeutungsunterschied? Sind wir einem Geheimnis der deutschen Sprache auf der Spur? Interessiert die Antwort überhaupt jemanden? Und wie kann man den Unterschied bedeutungsschwanger erklären?

    Jazz Inaria

    Januar 25, 2008 at 9:41 am

  5. Meine schöne Regel oben haut ohnehin nicht hin: „Lesbar“, „unleserlich“, „denkbar“, „merklich“ … keine Ahnung, ich dachte, ich hätte das mal so gelernt. Bei „undurchdringlich, -bar“ könnte ich mir noch vorstellen, dass „undurchdringbar“ konkreter, endgültiger ist. Eben der Schutzschild, so wie eine 20 Meter hohe Mauer „unüberwindbar“ ist. „Undurchdringlich“ und „unüberwindlich“ hingegen könnte es heißen, wenn etwas nur den Anschein hat. Wie zum Beispiel der Dschungel, der ja in der Regel durchaus zu durchdringen ist, auch wenn er als undurchdringlich geschildert wird. Oder die unüberwindliche Distanz, die in der Theorie schon noch zu überwinden wäre.

    Aber das ist nur so eine Intuitionsgeschichte.

    ramses101

    Januar 25, 2008 at 10:25 am

  6. Ich hatte die gleiche Intution. Übrigens auch in Zusammenhang mit dem Dschungel. Um so mehr danke ich für Ihre Bestätigung meiner Vermutung.

    Jazz Inaria

    Februar 6, 2008 at 2:02 pm


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