Jazz Inaria

Es liegt ‚was in der Luft

Archive for the ‘kränkeln’ Category

„Bitte keine Details!“ Heute: krankhaftes Aldi

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Vor einigen Minuten an der Aldi-Kasse mitgehört.

Kassiererin: Wie geht es Ihnen?

Kundin: Schlecht. Ich hatte einen Herzanfall.

Kassiererin: Oh. Das tut mir Leid.

Kundin: Es gibt Schlimmeres. Mein Mann hat Prostatakrebs, meiner Schwester haben sie eine Brust abgenommen und meiner Nichte hat einer einen Braten in die Röhre geschoben und ist abgehauen.

Written by Jazz Inaria

März 20, 2008 at 1:51 pm

Veröffentlicht in belauschen, kränkeln, mithören

Zeit für Kalauer II

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„Ausgeschissen“: das schöne Gefühl, wenn sich eine Magen-Darm-Grippe langsam ihrem Ende neigt. 

Written by Jazz Inaria

Februar 26, 2008 at 8:31 am

Veröffentlicht in kalauern, kränkeln

Mein CD, die Bazillenschleuder

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Vor zwei Wochen hat es mich erwischt. Alles gutes Zureden half nicht mehr. Ich wollte einfach nur im Bett bleiben. Schnupfen. Halsschmerzen. Husten. Kopfschmerzen. Ohrenschmerzen. Nein, nein, nein, für einige Tage versagte ich der Agentur meine Mitarbeit. Blieb im Bett. Brütete. Wünschte mich hinweg. Und gesundete. Wie schön.

Eine triumphale Rückkehr. Alle freuten sich, mich wieder zu sehen. Das Leben kann so schön sein. In froher Erwartung eines enormösen E-Mail-Haufens durchschritt ich den agentürlichen Triumphbogen früher als vertraglich vorgesehen. Ich schmiss den Computer an, kochte frohen Mutes Kaffee und sichtete und sichtete und sichtete. Dann begrüßte mich mein Lieblings-CD.

Etwas verwaschen wirkte seine Stimme. Ich sah von meinem Monitor auf. Da stand ein Anblick, den ich kannte. Aus der letzten Woche, wenn ich mich zuweilen ins Bad gezwungen hatte. Verquollene Augen. Ein dicker Schal. Die Augen lagen tief in ihren Höhlen. Die Haare etwas angefettet. Man sah es auf Anhieb: ein Mensch mit Pflichtbewusstsein. Nach seiner Begrüßung lud er mich dann auch gleich ins nächste Meeting.

Da saßen wir alle in trauter Eintracht und nahmen das Briefing entgegen. Kann man Bazillen sehen? Ich jedenfall sah Welle um Welle der Aura meines Lieblings-CDs entströmen. Zakk, wurde der Kontakter überspült. Dann unterwusch es die Art Directorin. Der Kontakter sank tiefer in eine zukünftige Krankheit. Die Welle erreichte auch mich – doch hatte ein Einsehen, weil sie spürte, dass es mich schon erwischt hatte.

bacillusanthracis.jpg

Wir schreiben zwei Tage später. Meine Welt ist noch immer schön. Aber ich bin allein auf der Welt. Na gut, allein in der Agentur. Die Krankheit hat den CD dann doch ins Bett gezwungen. Und metaphorisch mit ihm auch meine Mitstreiter.

Jetzt mal ganz ehrlich. Wie blöd kann man denn sein? Soooo krank in die Agentur zu kommen – damit tut man sich selbst keinen Gefallen, außer dass man vielleicht ein paar Jahre früher stirbt. Aber muss man denn noch die anderen mit in den Untergang reißen – und ihre Familien. An den Pranger! Und keine Sorge – die Arbeit landet trotzdem pünktlich beim Kunden.

Written by Ulli Kiebitz

Februar 15, 2007 at 8:51 am

Veröffentlicht in kränkeln

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