Jazz Inaria

Es liegt ‚was in der Luft

Archive for the ‘sprechen’ Category

Neue Kosenamen

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Wer gestern noch „Mein Schatz“ sagte, umsäuselt heute seinen Geliebten nur noch mit „Milchbubi„.

Written by Jazz Inaria

Mai 28, 2008 at 12:11 pm

Veröffentlicht in sprechen

Apple gutural

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Manches überklickt man leicht. Dazu gehört garantiert die Spracheinstellung zu Beginn der Installation von Mac OS X. Da ich später auch überklicke, welche Sprachen ich installieren will, bekomme ich die volle Breitseite. Und das will ich nicht. Deshalb nutze ich alle Monate Monolingual und freue mich über eingesparte Bytes. Bevor ich das Programm „rennen lasse“, klicke ich alle Sprachen an, auf die ich glaube, in Zukunft verzichten zu können. Dabei stolpere ich jedesmal über eine bestimmte Sprache mit besonders guturalen (mit diesem Wort habe ich gerade meinen aktiven Wortschatz erweitert) Lauten. Jetzt mal im Ernst: Kennt irgendjemand irgendeinen, der sein Betriebssystem auf Klingonisch betreibt?

Screenshot Monolingual Sprachabfrage bei der Installation 

Written by Jazz Inaria

Februar 28, 2008 at 9:23 pm

Auf meinem Nachttisch: Encyclopédie

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Da blättert man durch ein Lexikon alter, sehr alter Schule, genauer gesagt, eigentlich das erste Lexikon überhaupt, noch von echten Profis geschrieben, und da stößt man auf eine Definition, die noch heute wunderbar auf den Berufsstand der Kommunikationsfachleuchten zutrifft:

 Affektiertheit in der Sprache & in der Unterhaltung ist ein Laster, das bei den Leuten, die man Schönredner nennt, weit verbreitet ist. Es besteht darin, mit gesuchten & zuweilen lächerlich gewählten Worten triviale oder alltägliche Dinge zu sagen […]“ (d’Alembert zum Stichwort Affektiertheit in Die Welt der Enzyclopédie)  

Written by Jazz Inaria

Februar 14, 2008 at 6:31 am

Veröffentlicht in lesen, sprechen, werben, zitieren

Politikerreden sind wie Handytöne

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Gestern abend wiederholte die ARD anlässlich des Karnevals (?) das Gipfeltreffen der elder statesmen Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker in “Menschen bei Maischberger”. Oh, wie war das schön. Fein geschliffene Sätze, nein, Sentenzen, zur Lage der Welt, dramatischer Redeaufbau, tiefe, echte Gedanken, Rauchschwaden in der Luft, Ideen, die nicht auf die Demoskopie schielen. Solch eine Herrensitzung lasse ich mir gefallen.

Wenn ich mir all die Säuselbacken anschaue, die sich sonst in den Talkshows ihren Arsch platt sitzen, wird mir schlecht. Die wollen gar nicht mehr überzeugen, die wollen nur noch ihre Slogans loswerden. Motto: “Wenn wir es schaffen, drei Signalwörter innerhalb von 5 Sekunden auszustoßen, setzen wir das Denkorgan der Wähler außer Kraft.” Die Sätze sind dermaßen parataktisch angeordnet, dass ich glaube, die politischen Schimmelzungen halten Nebensätze für Minenfelder. Die Zuschauer können sich darauf verlassen: Sie brauchen nur ihre Hände in diese verbale Kakerlakenschlacht zu stecken und fischen das Insekt mit 4711-Geruch heraus. Alles ist medial vorgekaut, damit sich die kleinen Info- und Agitationshäppchen im Reißverschlußverfahren in die Denk- und Wahlprozesse des Volkes einreihen können.

Das erinnert mich an einen Großteil der Chartkacke, die täglich in mein Ohr träufelt. Die Hits sind nur noch darauf abgestimmt, dass sich ihre Refrains als Handyklingelton einsetzen lassen. Die zehnsekündigen Melodiebögen zeichnen sich durch höchste Wiederkennbarkeit aus. Nicht anders als die sprachlichen Entäußerungen der Kellerasseln, die unser Land regieren oder regieren wollen. Sie produzieren in ihren Reden und Talkshow-Auftritten nur noch minimalistische Polittöne, die kess klingen, ausreichend aggressiv auf die gegnerischen Parteien wirken und eigentlich alles tun, nur nicht weh.

Written by Jazz Inaria

Februar 6, 2008 at 1:45 pm

Veröffentlicht in politisieren, reden, sprechen, talken

Karnevalistischer Auswurf

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„Herrensitzung“ ist eigentlich ein sehr hübsches Synonym für „ausgiebigen Klobesuch“.

Written by Jazz Inaria

Februar 4, 2008 at 1:23 pm

Veröffentlicht in erfinden, lästern, schreiben, sprechen

Pikant gefüllt

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Gerade erreichte mich die E-Mail einer Bekannten. Zuerst erblickte ich nur den Betreff: „Kondomempfehlung“. OK, dachte ich, spamverdächtig ist sie nicht. Aber wir stehen uns auch nicht so nahe, dass ich mich mit ihr über die Vorzüge und Nachteile von Kondomen austauschen wollte. Die Lektüre der E-Mail brachte Klärung. Vor kurzem hat sich das Mädel dasselbe Handy wie ich gekauft. Da wir beide keine Laufzeitkunden von Mobil-Providern sind, sind wir uns der wahren Kosten von hochwertigen Handys noch wohl bewusst. Also wollen wir grundsätzlich auch das schützen, wofür wir viel bezahlt haben. Ich hatte mich für eine lederne Handy-Tasche entschieden, sie sich für eine Plastikumhüllung. Wie minderwertig diese Verpackung war, stellte sich erst nach dem Kauf heraus. Erstens passte sie nicht ums Handy, zweitens ging sie schon kaputt, wenn man sie leer schloss. Also wollte sie von mir erfahren, welches Produkt, welches Handykondom ich gekauft habe.

Written by Jazz Inaria

Januar 21, 2008 at 10:16 am

Veröffentlicht in hören, schreiben, sprechen, telefonieren

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„oder“ vs. „bzw.“

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Wer hat eine knackige Erklärung zur Hand: Wann sagt man „oder“, wann „bzw.“?

Written by Jazz Inaria

Januar 18, 2008 at 10:25 am

Veröffentlicht in schreiben, sprechen

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